Druck-ABC

Farbdruck – Grundlagen

Additive Farbmischung – RGB

Die Farbdarstellung eines Farb- Monitors beruht auf der Theorie der additiven Farbmischung. Nehmen Sie eine Lupe zur Hand und betrachten Sie einen weißen Bereich auf Ihrem Monitor. Es liegen immer jeweils ein rotes, ein grünes und ein blaues Pixel nebeneinander. Weiße Pixel werden Sie nicht finden, da sich das rote, grüne und blaue Licht der vielen kleinen Farbtripel in unserem Beispiel zu weiß addiert. Verändert man die Leuchtstärke der drei Farben im Verhältnis, so lässt sich theoretisch jede Farbe mischen. Grenzen werden in der Praxis durch die Geräteeigenschaften gesetzt. In einer Bilddatei im RGB- Modus (Rot-Grün-Blau) werden für jedes Pixel jeweils ein Rot-, Grün- und ein Blauwert gespeichert. Beträgt die Farbtiefe z.B. 24 Bit, so hat man 8 Bit für jeden einzelnen Farbkanal zur Verfügung. Mit 8 Bit lassen sich 255 Farbabstufungen abspeichern. Die Abbildung rechts zeigt die Theorie der additiven Farbmischung mit den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau. In den Überschneidungsbereichen entstehen die Komplementärfarben zu den drei Grundfarben der additiven Farbmischung, nämlich die Grundfarben der subtraktiven Farbmischung: Cyan, Magenta und Gelb. Dazu mehr im nächsten Abschnitt. In der Mitte der Abbildung mischen sich Rot, Grün und Blau additiv zu Weiß

Subtraktive Farbmischung – CMY

Genau umgekehrt verhält es sich bei der subtraktiven Farbmischung, die von den meisten Druckern angewand wird. Papier kann (noch) nicht selbst Licht emittieren wie etwa ein Bildschirm. So trivial es klingt, genau deshalb muß es auch weiß sein für den Farbdruck. Auftreffendes weißes Licht, z.B. das Tageslicht, wird von weißem Papier fast vollständig reflektiert. Ergebnis: Das Blatt erscheint je nach Helligkeit mehr oder weniger weiß. Das heißt, daß im Gegensatz zu einem dunklen Monitor, schon alle drei Grundfarben der additiven Farbmischung (Rot, Grün und Blau) vorhanden sind. Trägt man nun Druckfarbe, Toner oder Tinte in den Komplementärfarben Cyan, Magenta und Gelb auf, werden diese Farben bei der Reflexion des weißen Lichtes vom Papier absorbiert. Man kann durch Mischung der Farben Cyan, Magenta und Gelb theoretisch jede Farbe vom Papier reflektieren lassen. Die subtraktive Farbmischung verhält sich genau umgekehrt zur additiven. Die Grafik rechts veranschaulicht das recht deutlich: In den Überschneidungsbereichen entstehen die Komplementärfarben von Cyan, Magenta und Gelb, als hier Rot, Grün und Blau. Während in der Mitte durch Subtaktion (Weiß – Cyan – Magenta – Gelb) Schwarz entsteht.

Reale Farbe – CMYK

Theoretisch könnte man mit den Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz schon farbig drucken. Leider gibt es aber keine realen Farben, die den nötigen Farbraum abdecken würden um eine ausreichende Qualität zu ermöglichen. Wir verwenden standardmäßig Euroskala- Farben für den CMYK- Vierfarbdruck. In der nebenstehenden Abbildung sehen Sie, daß die Euroskala- Grundfarben dunkler als die theoretischen Grundfarben ausfallen und in ihrer Überlagerung trotzdem noch kein sattes Schwarz ergeben. Man löst das Problem durch die Zugabe von Schwarz, daher CMYK- Vierfarbdruck.

Drei gleiche Farbwerte für Cyan, Magenta und Schwarz ergeben einen Grauton. In diesem Fall zieht man von den drei Grundfarben, Cyan, Magenta, Gelb einen bestimmten, gleichen Wert ab und ersetzt ihn durch einen entsprechenden Anteil Schwarz. In welchem Verhältnis dies geschieht, ob man alle Buntfarben durch Schwarz ersetzt oder nur einen Teil, hängt von mehreren Faktoren ab. Neben dem Papier und dem Druckverfahren ist auch das wiederzugebende Bild bzw. die Vorlage für den optimalen Schwarzaufbau entscheidend.

Wir haben die Farbraumkonvertierung mit Hilfe von ICC- Profilen gelöst. Lesen Sie hierzu die Seiten über Vierfarbdruck von Datei und über ICC Profile. Wenn Sie sich näher mit dem Thema befassen wollen (oder müssen), verweisen wir auf die einschlägige Fachliteratur. Bitte beachten Sie die Dokumentationen Ihrer Software, um Farbprofile richtig einzusetzen.

Vierfarbdruck von digitalen Daten

Daten für den Vierfarbdruck

Egal ob Offset- oder Digitaldruck, beiden Verfahren liegt die subtraktive Farbmischung zugrunde. Wie Sie unter Grundlagen der Farbwiedergabe nachlesen können, werden vier Grundfarben benötigt (CMYK). Auf der anderen Seite werden Farbinformationen meist in den Grundfarben der additiven Farbmischung (RGB) digital geliefert. Das liegt in der Natur der Sache: Scanner, Kameras und auch Monitore arbeiten alle mit RGB- Farben. Auch in den beliebten Office- Programmen ist nur dieser Farbraum vorgesehen. Irgendein Programm oder Gerät in der Entstehungskette der Daten muß die RGB- Daten in CMYK- Daten für den Drucker konvertieren. Meistens übernimmt diese Aufgabe der Drucker. Wer diesen Vorgang jedoch selbst kontrollieren möchte, muß sich auf das Druckverfahren festlegen und Programme einsetzen, welche den CMYK- Farbraum unterstützen. Sofern Sie sich nicht selbst mit der Farbraumkonvertierung befassen wollen, raten wir dazu, die Daten im RGB- Farbraum zu belassen. Mit Hilfe von ICC- Profilen konvertieren wir alle RGB- Daten automatisch und bereiten sie für das Offsetdruckverfahren auf. Sie haben die Möglichkeit einen farbverbindlichen Proof vorab zu erhalten.

Daten im CMYK- Farbraum

Wir begrüßen natürlich die Anlieferung von Daten, die im CMYK- Farbraum vorliegen. Das Problem ist nur, daß jeder Drucker eine andere Farbwiedergabe besitzt. In analogen Zeiten haben sich für den Farbdruck Standards durchgesetzt. In Europa kommen hauptsächlich sog. Euroskala- Farben zum Einsatz. Auch wir verwenden sie. Programme wie z.B. der Photoshop haben die Euroskala- Farben implementiert und bieten ein sicheres Arbeiten mit CMYK- Bildern. Um jedoch vor Überraschungen aufgrund der Farbraumkonvertierung sicher zu sein, ist ein durchgängiges Farbmanagement mit ICC- Profilen nötig. Wir bitten Sie deshalb, auf jeden Fall unsere Farbprofile einzusetzen und die entsprechenden Hinweise zu beachten. Andernfalls ist es oft besser, Bilder im RGB- Format zu belassen.
Erwähnenswert ist auch das Arbeiten mit sog. Vektorformaten, wie sie z.B. in Freehand oder Corel Draw auftreten: Auch wenn Sie kein Farbmanagement einsetzen, ist es empfehlenswert, zumindest alle schwarzen Elemente in CMYK- Farbe anzulegen. Also Schwarz auf 100% setzen, die drei anderen Farben stellt man auf 0%. RGB- Schwarz würde nämlich bei der Konvertierung nach CMYK eine Mischung aus allen vier Farben ergeben. Dabei werden alle vier Farben übereinander auf die gleiche Stelle gedruckt. Da beim Druck auf Papier allerdings keine Genauigkeit bis auf den hundertstel Millimeter möglich ist, hätten z.B. die Buchstaben eines schwarzen Textes einen bunten Hof.

CMYK – Farbauszüge

Die meisten professionellen Programme unterstützen neben den CMYK- Farben auch die Seperation in Farbauszüge. Das bedeuted, daß in einer Druckdatei anstatt einer bunten Seite vier monochrome Seiten vorhanden sind. Wir bitten Sie, diese Funktion abzuschalten und nur bei der Verwendung von zusätzlichen Schmuckfarben zu verwenden.

Computer to Plate (CtP)

Ist ein Verfahren, mit dem die zu druckenden Daten direkt auf Druckplatte gebannt werden. Dadurch entfallen Reproarbeiten und die Filmherstellung, was zu Kosteneinsparungen führt. Ein weiterer Vorteil dieser sich immer mehr durchsetzenden Technik liegt in ihrer Schnelligkeit. Wie der Name schon sagt, die Daten werden direkt auf die Druckplatte belichtet. Ein Ausdruck ist nur zu Kontrollzwecken nötig, nicht jedoch, um etwa eine Druckvorlage zu erhalten. Grundsätzlich können Sie also Ihr Dokument abspeichern und uns zum Drucken zur Verfügung stellen. Sicherlich ahnen Sie schon, daß es nicht ganz so einfach ist wie es sich liest. Man denke nur an die vielen verschiedenen Programme, Betriebssysteme, Schriftarten, Lizenzbestimmungen, usw… Aber keine Sorge, wir stellen Ihnen im Folgenden zwei grundsätzliche Lösungswege vor:

Postscript – Drucken in Datei

Filmbelichter, Druckplattenbelichter und manche Laserdrucker verstehen die Druckersprache Postscript. Stellen Sie sich vor, Sie besitzen so ein Gerät: Zuerst verbinden Sie es mit Ihrem Computer, dann installieren Sie den Druckertreiber. Nach der Installation und Konfiguration können Sie aus allen Programmen darauf drucken. Installiert man nur den Druckertreiber, so lässt sich die Druckausgabe in eine Datei umleiten. Ihr Computer erzeugt die Druckdaten und speichert diese, anstatt Sie gleich zum Drucker zu senden. Wenn Sie uns also statt Ihres Dokumentes nur die Druckdatei zur Verfügung stellen, können wir gleich loslegen. Es handelt sich bei der Postscript- Datei sozusagen um einen virtuellen Ausdruck Ihres Dokumentes. Probleme und Risiken mit unkompatiblen Datenformaten oder mit fehlenden Schriften können mit Postscript vermieden werden.

PDF – flexibler und moderner

Wie Postscript, bietet auch das PDF- Format die Möglichkeit, Druckdaten plattformunabhängig und programmunabhängig weiterzugeben. Mit einem Werkzeug wie den Acrobat- Distiller von Adobe, haben Sie die Möglichkeit Postscript- Dateien in PDF umzuwandeln. Während Sie bei Postscript- Dateien kaum Möglichkeiten haben Korrekturen vorzunehmen, lassen sich PDF- Dateien mit diversen Tools nachträglich bearbeiten. Wir nehmen sowohl Postscript- als auch PDF- Dateien als Druckvorlagen an. Auf unserer Downloadseite finden Sie für den Offsetdruck geeignete Distiller- Einstellungen zur Erzeugung von PDF- Dateien. Dort gibt es auch weiterführende Links zu den Themen Postscript und PDF.

Allgemeine Hinweise für Druckdaten

Sobald man sich dafür entscheidet, Daten aus dem Computer zu Papier zu bringen, ist es nötig die Druckparameter zu kennen. Unser Ctp- Verfahren bietet eine Auflösung von 1500dpi – 1800dpi. Wir verwenden, je nach Druckmaschine, Rasterweiten von 133lpi bis 150lpi (54er bis 60er Raster). Das bedeutet konkret, daß Vektorgrafiken, Text und monochrome Bitmaps in der vorgenannten Auflösung gedruckt werden. Alle Halbtonbilder, wie z.B. Fotos, müssen für den Druck gerastert werden. Daraus ergibt sich eine nötige Auflösung von 200dpi – 300dpi für Bilddateien. Bitte bedenken Sie, daß eine eventuelle Skalierung Ihrer Druckdatei, auch zu einer Änderung der Bildauflösung und der Linienstärken führt. Für Haarlinien empfehlen wir eine Mindeststärke von 0,1mm.

Farbauszüge

Immer wenn Der Druck von fest definierten Farben vorgesehen ist, werden farbseparierte Druckdateien benötigt. Ein Beispiel: Briefpapier mit blauem Firmenlogo und schwarzem Text. Hierfür sind zwei Druckdurchgänge nötig, wobei für jeden eine Druckvorlage gebraucht wird. Deshalb muß schon im Anwendungsprogramm je eine fest definierte Farbe für die blauen Elemente des Logos und die schwarzen Elemente des Textes bestimmt werden. Bei der Druckausgabe bzw. dem PDF- Export sollte das Programm die Möglichkeit bieten, Farbauszüge zu erzeugen. Wir wissen, daß diese Problematik nicht Jedermanns Sache ist. Viele Kunden schätzen unsere Kreativität bei der Suche nach individuellen Lösungen für die Farbseparation. Beratung kostet bei uns nichts.

Farbdruck – Farbräume und ICC Profile

Sofern Sie bei der Druckerei Ihrer Wahl eine farbige Vorlage wie z.B. ein Foto zur Verfielfältigung in Auftrag geben, ist der Fall einfach: Die Druckerei ist für die farbrichtige Wiedergabe allein verantwortlich. Die weite Verbreitung von Computern hat Vervielfältigungsaufgaben einerseits vereinfacht und verbilligt, andererseits gibt es die Problematik mit der Farbverbindlichkeit. Um Überraschungen zu vermeiden, erhalten Sie vor jedem Farbdruck auf Wunsch einen farbverbindlichen Tintenausdruck.